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FILMMUSIK IN DER PRAXIS
Wirtschaftsfilmpreis 2009
Andreas Moisa
andreas_portrt.jpgSeine Leidenschaft zur Musik entdeckte Andreas Moisa schon als Kind. Nach jahrelangem Orgelspiel entdeckte er die Gitarre für sich, nahm Unterricht bei den Jazzgitarristen Andreas Wildenhain und Philipp van Endert in Düsseldorf und tauchte in die Welt des Soul, Funk und Jazz ein.
„Man lernt im klassischen Musikunterricht alle Grundlagen und das Notenlesen - meist, um dann die Musik anderer Komponisten zu spielen. Bei der Gitarre geht es darum, sich wieder vom Notenblatt zu lösen und zu improvisieren, seinen eigenen Sound, seine eigene Melodie zu finden."

Aufgewachsen im Ruhrgebiet, zog er 1997 nach Leipzig, um dort an der Hochschule für Musik und Theater Jazz- und Popularmusik im Hauptfach Gitarre zu studieren. Während des Studiums nahm er Arrangement- und Orchestrationsunterricht für Bigband und Orchester, spielte als Gitarrist in zahlreichen Bands und Ensembles und machte zusätzlich den Abschluss zum Diplom-Musikpädagogen.
„Stilistische Vielfalt hat mich immer fasziniert. Für mich gab es das nie, dass man "nur" Jazz spielt oder "nur" Rock. Die Gitarre ist ja auch ein Instrument, das in vielen Musikstilen zuhause ist. Genau diese Vielfalt gibt es auch in der Filmmusik. Man schreibt und produziert neben Orchesterstücken auch Elektronik-, Jazz- oder Rockstücke."

Andreas Moisa liebt den Umgang mit Gegensätzen und hat bei zahlreichen CD-Aufnahmen, u.a. für die Leipzig Bigband oder Chansonnier Johannes Kirchberg mitgewirkt.
„Ich spiele in Bigbands, Funk- und Soulbands, mache improvisierten Clubsound, Rock und komponiere für Orchester. Man lernt dadurch viele Menschen kennen, bewegt sich in verschiedenen Welten. An einem Abend haben wir nach einem Auftritt in einem Rockclub noch zwei Sets in einem House-Club gejammt und am nächsten Tag stand ich mit Elton John bei „Wetten dass...?" auf der Bühne."

Er hat bereits mit einigen international bekannten Künstlern gespielt, unter anderem Lionel Richie, Lilly Allen, Yvonne Catterfeld, Anna-Maria Kaufmann, Clueso oder dem Jazztrompeter Joo Kraus (Tap Two).
„Bei einem Auftritt meiner Band „Max Express" standen einmal plötzlich Joy Denalane, Tweet und Bilal vor der Bühne und haben „Natural Woman" und andere Soulklassiker mit uns gespielt...ich glaube, es ist einzigartig, dass man als Musiker so viele verschiedene Eindrücke sammelt."

Sein Wille, sich verstärkt der Filmmusik zu widmen, wuchs bereits im Studium. Er setzte sich in seiner Diplomarbeit mit den unterschiedlichen musikalischen Ansätzen in der Filmmusikkomposition auseinander, begann erste Kurzfilme zu vertonen und sich verstärkt dem Komponieren und Produzieren von Musik zu widmen.
„Auf der Bühne ist der Ton, den man gespielt hat, im selben Moment wieder verklungen. Beim Komponieren allerdings feilt man oft tagelang an genau diesem einen Ton, man beginnt im Tonstudio Musik auf eine ganz neue Art und Weise zu hören."

Während der Arbeit an diversen Filmmusiken wuchs bei ihm der Wunsch, sein eigenes Studio weiter auszubauen und noch mehr mit Sängern und Instrumentalisten zu arbeiten.
„Ich arbeite in einer „Composing-Suite", die komplett rechnerbasiert ist. Die Technologie ist jetzt soweit, dass man die Geräte großer Studios virtuell im Computer betreiben kann. Wir haben alle wichtigen auf dem Markt erhältlichen Samplelibraries und sind dadurch in der Lage, ein Orchester sehr realistisch nachzubilden. Dennoch, wann immer wir die Möglichkeit haben, ein reales Orchester aufzunehmen, wie z.B. mit dem Filmorchester Babelsberg und dem SWR Rundfunkorchester, genießen wir das überwältigende Gefühl, wenn 80 Musiker zusammen in eine emotionale Richtung gehen - diese Komponente wird man nie ersetzen können."

Über seine Arbeit als Filmkomponist sagt Andreas Moisa:
„Filmmusik erzählt oft eine Geschichte, die in den Bildern nicht zu sehen ist, diese Momente sind immer sehr spannend. Die Musik sollte nicht zu vordergründig sein. Es heißt ja, die beste Filmmusik sei die, die man nicht hört - trotzdem, der Anfang ist immer eine gute Melodie und wir wünschen uns, dass der Zuschauer nach dem Film etwas pfeift, ohne genau zu wissen, warum."

Seit 2008 ist Andreas Moisa auch als Autor für das Musikmagazin „KEYS" tätig. Für "KEYS" schreibt er Testberichte rund um das Thema Samples und führte Interviews mit Filmkomponisten wie Hans Zimmer, Ramin Djawadi oder Fabian Römer.


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Letzte Aktualisierung ( Montag, 25. Januar 2010 )